Kurztrip mit der MeinSchiff Relax nach Oslo

Anfang Juli war es wieder soweit. Nachdem wir in den vergangenen Jahren mehrfach mit AIDA (AIDAperla in die Karibik, AIDAprima ins Baltikum, AIDAdiva nach Stockholm) und einmal mit MSC (MSC Preziosa zu den britischen Inseln) in See gestochen waren, sollte diesmal MeinSchiff unser Ziel sein. Die brandneue MeinSchiff Relax war für vier Nächte unser Zuhause.

Tage 1 – 4

Kirschfest und Belugas

Da die Reise selbst nur vier Nächte dauern sollte und in Kiel startete, haben wir uns im Alten Land in Jork umgeschaut und dort über AirBnB eine wirklich schöne Ferienwohnung angemietet. Ein Besuch des Airbus-Werks und Abstecher nach Buxtehude, Cuxhaven und das wunderschöne Stade waren die perfekte Einleitung für den Start mit der MeinSchiff.
Wir hatten es gar nicht geplant, aber das Kirschfest in Jork im Alten Land fand glücklicherweise am Sonntag unseres Aufenthalts statt. Ein schönes Dorffest mit vielen Ständen, regionalen Spezialitäten und bestem Wetter. Jork ist ohnehin ein schönes kleines Dorf im Alten Land – inmitten von riesigen Obsthöfen.
Europas grösstes zusammenhängendes Obstanbaugebiet liegt nordwestlich vor den Toren Hamburgs direkt an der Elbe. Nur wenige Minuten von der Elbe entfernt, kann man bei schönem Wetter auch die großen Schiffe und viele Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg von und nach Hamburg beobachten.

Lohnend ist für Technikinteressierte eine Werksführung bei Airbus. Das Werk liegt ebenfalls direkt an der Elbe und nur wenige Minuten von Jork entfernt. In über zwei Stunden erlebt man die Produktion eines Airbus und kann einzelne Hallen besichtigen.
Der eindrucksvolle Beluga ist der Beweis, dass man mit ausrechend Schub auch Schrankwände zum Fliegen bringen kann. Werktags starten und landen diese unförmigen Flieger mehrfach. Ein nahegelegener Besucherhügel bietet besten Blick auf Runway und Werk. Nirgendwo sonst sieht man so viele exotische Lackierungen – ein Paradies für Spotter.
Aber beachten: Am Wochenende ist auch dort Wochenende – da passiert nichts.

Wunderschön ist ebenfalls die alte Hansestadt Stade an der Elbe. Wir genossen ein großartiges Frühstück und besten Kaffee im Butterbrot und Blattgold. Im Anschluss besuchten wir das kleine Freilichtmuseum innerhalb Stades, bevor wir dann den alten Hafen umrundeten. Die alten historischen Gebäude und das Flair erinnern ein wenig an Kopenhagens Nyhavn. Allerdings ist hier alles dann doch ein wenig kleiner, aber sehr gemütlich.
Parken konnten wir mit unserem Passat GTE an einer Ladesäule vor der Bezahlschranke im Parkhaus. Laden und kostenlos parken – Toll! In Buxtehude parkten wir übrigens tags zuvor ebenfalls kostenlos, da wir einen E-Hybrid fahren. Da können sich viele Städte ein Scheibchen abschneiden!

Tag 5

Kiel und die MeinSchiff Relax

Wir sind recht zeitig Richtung Kiel aufgebrochen und waren kurz nach 10 dort. Gegen 12:30 Uhr haben wir den Wagen am über MeinSchiff gebuchten Parkplatz abgegeben und wurden mit dem Transfer Shuttle zum Hafen gebracht. Die MeinSchiff Relax lag zusammen mit der MS Europa von Hapag Lloyd Cruises am Anlieger. Was für ein Unterschied! Der alte Dampfer war gefühlt nur halb so groß wie das neue Schiff von TUI Cruises. Jedenfalls konnten wir früher einchecken und waren zeitig auf unserer tollen Kabine. Bei bestem Wetter dann erstmal ein Eiscafé auf Deck und im Anschluss die entspannte Sicherheitseinweisung.
Ein Novum war das Treffen für Allergiger. Unsere Unverträglichkeiten wurden je Person und Kabine notiert und die Gerichte werden bei der Menüauswahl dann speziell zubereitet. Also Nix mit Zwiebel und nix mit Paprika. Den Menüwunsch können wir bis 10 Uhr morgens abgeben. Toll!
Ein frühes Abendessen in der Osteria mit Tomate Mozarella, Lasagne und Pizza sowie Panacotta und Tiramisu. Haben wir alles schonmal besser gegessen – aber war ok. Auslaufen um 19 Uhr auf der Kabine und dem eigenen Balkon. Wunderbar.
Um 20:30 Uhr schauten wir uns im Theater eine Zaubershow an. Naja, war ganz ok. Aber das geht auch deutlich besser. 

Auch wenn die MS Europa mit rund 198 Metern Länge klein daher kommt – sie ist ein Schiff der absoluten Luxus-Klasse. Auch wenn die Jungfernfahrt schon 1999 stattfand, ist das Schiff nach zahlreichen Umbauten und Renovierungen weiterhin up to date. Sie wurde mittlerweile 12 mal in Folge mit 5 Sternen plus durch einen renommierten britischen Kreuzfahrtführer ausgezeichnet.
Dem gegenüber ist die MeinSchiff Relax ein ziemlicher Klopper. Sie wurde im Jahr 2025 getauft und fährt mit LNG. Mit 333 Metern Länge ist sie rund vier Meter kürzer als AIDAcosma, aber deutlich größer als die anderen Schiffe der MeinSchiff Flotte. Das Schwesterschiff ist die gerade erst in Dienst gestellte MeinSchiff Flow.
Wir hatten im Plus-Tarif gebucht und bekamen Kabine 11095 zugewiesen – zwei Decks mit Kabinen über und mehrere Decks unter uns. Es was also entsprechend ruhig im Hinblick auf Geräusche der öffentlichen Bereiche. Pech waren die Nachbarn, die teilweise auch nach Ermahnung auf dem Balkon geschlafen haben.

Tag 6

Seetag und Kabine 11095

Was wäre eine Schiffsreise ohne Seetage? Für uns jedenfalls zu anstrengend. Es gibt Leute, die sagen: „Da sieht man ja nichts. Nur Wasser!“ Eben! Das Meer! Unendliche Weiten! 
Wir starten nach einer erholsamen Nacht in den Tag. MeinSchiff typisch mit einem Nespresso Lungo auf der Kabine. Das Meer rauscht bei offener Kabinentüre und der Himmel ist stark bewölkt, aber trocken. Wir haben tatsächlich bis 7 Uhr geschlafen. Gleich soll es ein Lachs Frühstück geben. Mal sehen. 
Irgendwie ist ja Urlaub und wir waren nicht rechtzeitig fertig. Also normales Frühstück im Markt Restaurant – ach nein, hier heißt es Harbour Market. Auch lecker. Den Nachmittag verbringen wir auf dem eigenen, ruhigen Balkon in der sich langsam drehenden Sonne. Um 18 Uhr starten wir dann mit dem ersten Menü nach Angaben der Unverträglichkeiten. Wir sind gespannt. 

Das Abendessen war der Hammer und nach etwa zwei Stunden schon wieder vorbei. Gerade das Hauptgericht war das Beste, was wir bisher auf Kreuzfahrten inklusive hatten. Einzig das Aufpreisrestaurant Rossini auf Aida war gleichwertig. Aber hier ist es halt im Preis mit drin. Die Zubereitung nach den entsprechenden Unverträglichkeiten hatte hervorragend funktioniert. Das ist das bisherige Alleinstellungsmerkmal von MeinSchiff. 
Den Abend haben in der Abenddämmerung auf Deck in der Nähe einer Bar ausklingen lassen. Zumindest fast.
Das Konzept mit Premium Inklusive ist durchaus gefährlich.
Einen Portwein mit auf den eigenen Balkon und die Sonne beim Untergang beobachtet. Wieder nicht grün, aber wunderschön. 

Tag 7

In der Hitze von Oslo

Oslo am bis dahin wärmsten Tag des Jahres 2026 – das heißt in Norwegen 27 Grad. Wir hatten bestes Wetter, nachdem die Wochen zuvor Tiefdruckgebiete immer und immer wieder Regen gebracht hatten. Dazu waren die 27 Grad eben keine 40 wie im Juni zuvor in NRW.
Wir waren einen Tag zu früh. Das Viertelfinale der WM 2026 gegen England startet erst morgen – Schade! (Leider flog Norwegen raus – aber trotzdem hatten die Norweger ein tolles Turnier gespielt).
Kommen wir zurück zur Reise und dem wunderschönen Oslofjord, den wir schon seit vier Uhr morgens durchfahren. Wir wachten erst gegen 6 Uhr auf – und waren direkt mit Kamera und verschlafenen Augen auf dem Balkon. Was für ein wunderschöner Anblick. Nicht ganz so wie in Stockholm – aber auch wunderschön! Noch vor acht erreichen wir den Anleger.
Das Schiff ist, wie bereits ausgeführt, ziemlich riesig und kann nicht direkt in der City an der Oper anlegen. Das bleibt der uns überholenden Viking Sky vorbehalten. Aber die vorab gebuchten Hop-On Hop-Off Busse kommen auch zu unserem Schiff.

Frühstück auf dem Schiff sparen wir uns erst einmal und sind sehr früh an den Bussen.
Nach relativ kurzer Fahrzeit landen wir an der Oper. Das Gebäude ist auch nach 10 Jahren erneut imposant. Nach einer ausgiebigen Tour über das Dach geht es weiter zum königlichen Palast. Nicht viel anders als Stockholm oder Kopenhagen. Ein Spaziergang durch die angrenzenden Straßen brachte uns zu einem kleinen Café mit leckerem Gebäck und eben Kaffee.
Kleine Stärkung und weiter zum imposanten Vigeland Park mit tollem monumentalen Brunnen. Der bessere Schlosspark, aber hässliche Statuen. Wie auch immer – Gustav Vigeland hat rund 200 Skulpturen erstellt und allein die Masse ist imposant. 
Danach rauchen unsere Füße und wir beschließen Sightseeing bis zum Schiff. Nach fünf Stunden in Oslo gibt es nun Mittag im Buffet Restaurant. Im Anschluss verbringen wir den Nachmittag auf der Kabine. 

Es ist wirklich bemerkenswert, welche Masse an Booten auf dem Oslofjord unterwegs war. Gefühlt hat jeder Norweger mindestens ein Boot und es waren fast alle auf dem Wasser unterwegs. Dabei sah man nicht einmal das gleiche Boot – obwohl: Eine Speedboot Tour startete mit immensem Lärm direkt neben uns. Das waren zwei gleiche Modelle.
Ebenfalls direkt neben uns war ein moderner Gebäudekomplex mit Pier, auf welchem hunderte Norweger den heißen Tag in und am Fjord verbrachten. Man konnte stundenlang dem Treiben auf und neben dem Wasser zusehen. Richtig dunkel war es auch nach 23 Uhr zum Ablegen nicht. Wir verbrachten lange Zeit auf dem Balkon und schwebten langsam und gemächlich wieder Richtung Heimat.

Tag 8 – Seetag

Entspannen vor der Heimreise

Es ist schon bemerkenswert, wie schnell man auf einem Schiff in den Erholungsmodus schalten kann. Jedenfalls geht es uns so. Wir lieben Seetage. Trotzdem reichte diese Kurzreise nicht aus, alles auf der MeinSchiff Relax auszuprobieren. Die Teile, die wir ausprobieren konnten, waren wirklich gut. In der Osteria gab es frisch gebackene Pizza und Pasta. Obwohl gut, waren zumindest die gewählten Gerichte die schwächsten auf der Reise. Da war MSC zumindest in der Aufpreis-Pizzeria deutlich besser. In der Taverne Dionysos gab es griechische Spezialitäten und Ouzo – wirklich toll.
Unsere Lieblingsbar war die Mistral-Bar auf dem obersten Deck. Frische Luft und nicht ganz so viel Trubel. Dort ließen wir dann auch den letzten Abend ausklingen.

Unser Fazit

Wir waren zwischenzeitlich versucht, direkt die nächste Reise schon auf dem Schiff zu buchen. Eigentlich gilt das jetzt, beim Schreiben dieser Zeilen immer noch – MeinSchiff hat uns wirklich überzeugt und wir kommen sicher zurück. Aber auch die Mitbewerber sind nicht aus dem Rennen – es wird eine Frage des Preises und der Route werden. Gut, dass der Wettbewerb funktioniert. Wider Erwarten ist MeinSchiff nicht immer der teuerste Anbieter – vergleichen lohnt!

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